Eines der Hauptziele von Life4me+ — ist neue Fälle von HIV und anderen STIs, Hepatitis C und Tuberkulose zu verhindern.

Die App hilft, eine Kommunikation zwischen Ärzten und HIV-positiven Menschen aufzubauen. Die App erlaubt Ihnen, einen Zeitplan für Ihre Medikamenteneinnahme bequem zu organisieren – dies geschieht über eine für Dritte nicht nachvollziehbare und personalisierte Erinnerung.

Zurück
24 Januar 2020, 08:35
694

Migrierende Menschen erwerben HIV oft erst in Europa

Migrierende Menschen erwerben HIV oft erst in Europa - Bild 1

Eigentlich ist es schon seit Jahren bekannt: HIV bei Menschen aus Hochprävalenzländern in Europa ist nicht immer mitgebracht, sondern oft erst im europäischen Zielland erworben. Darauf machen britische Medien am Vorabend des Brexit aufmerksam.

„Früher glaubten wir, Zugewanderte mit HIV hätten das Virus in ihren Heimatländern erworben, bevor sie nach Europa kamen“, zitiert die Medienplattform „Politico“ den Wissenschaftler Teymur Noori vom Europäischen Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention (ECDC). Doch in den letzten Jahren haben zahlreiche Studien nachgewiesen, dass viele Infektionen oft erst nach Jahren in Europa stattfinden.

Schon seit 2015 untersuchen Debora Alvarez aus Madrid und andere europäische Epidemiologie-Fachleute, woher die HI-Viren bei zugewanderten Menschen stammen. Nach einer 2017 von ihnen veröffentlichten Studie in acht EU-Ländern und der Schweiz haben sich 63 Prozent der Zugewanderten mit HIV nicht in ihren Heimatländern angesteckt.

„Politico“ nennt die Erkenntnis in seinem HIV-Dossier „unbequem“. Denn damit würde die Aussage des Brexit-Befürworters Nigel Farage widerlegt, nach der es sich bei vielen Zuwandernden um „Gesundheitstouristen“ handele. Stattdessen zeigten die Studien die hohen Risiken für MigrantInnen, die in Europa zu oft keinen Zugang zu Aufklärung und Versorgung erhalten.

Nach Angaben des ECDC stellen Menschen mit Migrationshintergrund 42 Prozent bei den neu festgestellten HIV-Diagnosen. Um HIV in Europa zu beenden, bleibe es „Europas Hauptaufgabe, Menschen, die nicht von ihrer HIV-Infektion wissen, Tests anzubieten. Und diejenigen mit einer Diagnose zu behandeln.“ Dazu müssen auch nach dem Brexit entsprechende Präventionsmaßnahmen angeboten werden, auch wenn die Programme erhebliche Herausforderungen zu bewältigen hätten.

„Unsere Kampagnen müssen zielgruppenspezifisch sein“, zitiert „Politico“ den Social-Media Verantwortlichen Takudzwa Mukiwa vom Terrence-Higgings-Trust, der größten HIV-Organisation in Großbritannien. „Sie sollen aber nicht die Vorurteile von Farage und Co. bedienen.“

Autor*in: Harriet Langanke
Foto: Politico

Teilen Sie in sozialen Netzwerken