Eines der Hauptziele von Life4me+ — ist neue Fälle von HIV und anderen STIs, Hepatitis C und Tuberkulose zu verhindern.

Die App hilft, eine Kommunikation zwischen Ärzten und HIV-positiven Menschen aufzubauen. Die App erlaubt Ihnen, einen Zeitplan für Ihre Medikamenteneinnahme bequem zu organisieren – dies geschieht über eine für Dritte nicht nachvollziehbare und personalisierte Erinnerung.

Zurück
10 September 2020, 06:01
178

Hepatitis C bei MSM: Inzidenz sinkt, Re-Infektionszahl hoch

Hepatitis C bei MSM: Inzidenz sinkt, Re-Infektionszahl hoch - Bild 1

Infektionen mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) unter MSM sind seltener geworden. Das berichtet eine Zehn-Jahres-Studie aus Frankfurt am Main, die Ende August beim „Digital International Liver Congress 2020“ vorgestellt wurde. Die Forschenden um Christiana Graf und Gaby Knecht haben in ihrer Langzeitbeobachtung einen Rückgang der HCV-Infektionen bei Männern, die Sex mit Männern haben, (MSM) festgestellt. Während das Frankfurter Team für 2009 noch 25 neue HCV-Infektionen pro Jahr zählte, lag diese Zahl im Jahr 2019 bei 10, was einem Rückgang um mehr als die Hälfte entspricht.

Dem deutlichen Rückgang bei den Inzidenzen steht jedoch eine Re-Infektionsrate von 18 Prozent gegenüber. Danach hatte beinahe jeder fünfte Patient zuvor schon mindestens eine HCV-Infektion durchlebt. „Diese Re-Infektionsrate dürfte sich auf die Bemühungen auswirken, HCV unter MSM zu eliminieren“, heißt es im Studienabstract.

Eine englische Studie von Lucy J. Garvey und Kolleg:innen berichtet Ähnliches. Danach stieg auch in London und Brighton die Rate an HCV-Re-Infektionen unter MSM von 26 Prozent im Jahr 2013 auf 45 Prozent im Jahr 2018, während die Gesamtzahl der Infektionen um 68 Prozent zurückging.

Manche HCV-Infektionen heilen in ihrer akuten Phase von allein, also spontan, aus. Doch 60 bis 85 Prozent aller Menschen mit HCV entwickeln nach Angaben des Robert-Koch-Instituts eine chronische HCV-Infektion. In der Frankfurter Studie heilte die akute HCV-Infektion häufiger bei den Patienten aus, die keine zusätzliche HIV-Infektion hatten (37 Prozent). Bei Patienten, die mit HIV-koinfiziert waren, lag der Anteil der Spontanheilungen nur bei 13 Prozent. Von den insgesamt 167 Frankfurter HCV-Patienten waren 143 zusätzlich mit HIV infiziert.

Die Studie, an der drei Frankfurter Zentren beteiligt sind, wertete epidemiologische, klinische und phylogenetische Daten aus. In den phylogenetischen Analysen zeigten sich viele eng verwandte Stämme, vor allem bei HCV-Patienten, die die Subtypen GT1a und GT4d aufwiesen.

Antiretrovirale Medikamente, DAA (direct acting agents), können HCV-Infektionen fast immer heilen – die Therapie schützt jedoch nicht vor Neu-Infektionen.

Autor*in: Harriet Langanke

Teilen Sie in sozialen Netzwerken