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26 Februar 2020, 07:29
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Brauchen Babys von Müttern mit HIV den ART-Schutz?

Brauchen Babys von Müttern mit HIV den ART-Schutz? - Bild 1

Sollen Babys, die von Müttern mit HIV geboren werden, direkt nach ihrer Geburt antiretrovirale Medikamente bekommen, um sie vor einer HIV-Übertragung zu schützen? Bislang sieht die Deutsch-Österreichische Leitlinie zur HIV-Therapie in der Schwangerschaft und bei HIV-exponierten Neugeborenen dies vor.

Doch Daten aus der Schweiz legen nahe, dass eine solche Medikamentengabe als neonatale Post-Expositionsprophylaxe, kurz NeoPEP, unter bestimmten Umständen unnötig ist. Die Auswertung zweier Studien aus der Schweiz hatte dort bereits im Jahr 2016 eine Änderung der Empfehlungen zur Folge. So berichteten Schweizer WissenschaftlerInnen beim Europäischen Aids-Kongress (EACS 2019) in Basel Ende 2019 von einem Rückgang der NeoPEP um über 86 Prozent – ohne dass es zu einer einzigen HIV-Infektion für die Babys gekommen wäre. Voraussetzung dafür sei jedoch die optimale HIV-Therapie der Mutter und ihre sonstige Gesundheit. So müsse beispielsweise die HI-Viruslast der Schwangeren im dritten Trimenon der Schwangerschaft konsequent unterhalb der Nachweisgrenze liege.

Auch beim Symposium „HIV und Schwangerschaft“ im deutschen Oberursel Ende Januar waren die Schweizer Daten ein Thema für die Fachwelt. „Noch in diesem Jahr soll die bestehende Deutsch-Österreichische Leitlinie überarbeitet werden“, sagt Ulrike Sonnenberg-Schwan. Die Vorsitzende der Sektion All Around Women in der Deutschen Aids-Gesellschaft ist Mitglied der Leitlinienkommission. „Ich gehe fest davon aus, dass wir dann auch die Schweizer Empfehlungen diskutieren werden.“

Neue Aufmerksamkeit für den Umgang mit Neugeboren schafft eine aktuelle Publikation der britischen Online-Plattform i-Base. Deren HIV-Treatment Bulletin vom 24. Februar greift die Schweizer Daten auf und erwartet auch seitens der britischen Leitlinien eine Anpassung.

Autor*in: Harriet Langanke

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